Warum ich blogge

Mein Interesse an inneren Prozessen hatte lange zwei Wege.

Der erste führte mich in die amerikanische und deutsche Literatur, der zweite in die psychotherapeutische Begleitung.

Auf den ersten Blick scheinen das unterschiedliche Felder zu sein. Doch wenn ich genau hinspüre, dann gibt es doch viele Ähnlichkeiten. Es geht um Menschen, um innere Konflikte, um das, was sich nicht sofort sagen lässt – um etwas, das zwischen den Zeilen spürbar wird.

Mit diesem Blog möchte ich einen Ort schaffen, an dem diese beiden Wege zusammenkommen. 

 

Was Literatur und Therapie verbindet

In der Literatur hat mich fasziniert (und manchmal auch frustriert), dass das Wesentliche selten direkt ausgesprochen wird. Bedeutungen entfalten sich im Dazwischen: in Andeutungen, Brüchen, Wiederholungen, im Ungesagten. Figuren handeln, ohne sich selbst vollständig zu verstehen. Geschichten entwickeln sich nicht linear, sondern über Umwege. 

In der therapeutischen Arbeit begegne ich genau dieser Qualität wieder. Menschen kommen nicht mit Fragmenten: Körperempfindungen, widersprüchlichen Gedanken, diffusen Gefühlen. Auch hier geht es oft weniger um schnelle Antworten, als um ein gemeinsames Lesen dessen, was sich zeigt. 

Diese Haltung – aufmerksam, offen, nicht vorschnell deutend – verbindet mein literaturwissenschaftliches Denken in meiner therapeutischen Arbeit.

 

Schreiben als Verbindungsraum

Schreiben ist für mich kein Erklären von Therapie und auch kein literarisches Projekt im klassischen Sinn. Es ist ein Verbindungsraum.

Ein Raum, in dem:

  • psychotherapeutische Erfahrung
  • literarische Sensibilität
  • und das Interesse an inneren Entwicklungen

zusammenwirken dürfen.

Die Texte dieses Blogs wollen nicht analysieren oder optimieren. Sie laden dazu ein, genauer hinzusehen: auf eigene Muster, auf innere Bewegungen, auf das, was sich vielleicht schon lange bemerkbar macht, aber schwer einordnen lässt.

 

Wege, die sich lesend erschließen

Wie in vielen literarischen Texten sind auch innere Wege selten klar ausgeschildert. Sie entstehen beim Gehen – oder manchmal beim Lesen. Beim Wiedererkennen, beim Innehalten, beim langsamen Verstehen.

Dieser Blog möchte solche Prozesse begleiten. Nicht mit Anleitungen, sondern mit Gedanken, Bildern und Beobachtungen, die Raum lassen für eigene Bedeutungen.

 

Eine Einladung

Wenn du hier liest, musst du nichts leisten und nichts verändern.

Vielleicht findest du Worte für etwas, das bisher nur als Gefühl da war.

Vielleicht bleibt auch nur ein Nachklang.

Beides ist genug.

Dieser Blog ist ein Ort zwischen Zeilen – und zwischen Wegen.

 

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